Bergung

Kulturgüter lassen sich nicht gegen alle Wechselfälle der Geschichte abschotten, aber in vielen Fällen könnten gut durchdachte Konzepte helfen, die Kulturgüter im Krisenfall aus der Gefahrenzone an einen geschützten Bergungsort zu verbringen, wo sie für einen befristeten Zeitraum sicher und fachgerecht gelagert werden, bis die Gefahr vorüber ist.

Im Fall einer erforderlichen Bergung von Kulturgut kann man nicht erst im Angesicht der Gefahr damit beginnen, eine Auswahl der zu rettenden Objekte zu treffen und sich Gedanken über die Durchführung der Rettungsaktion und die möglichen sicheren Bergungsorte sowie deren Ausstattung zu machen. Es ist notwendig, im Vorfeld ein schriftlich fixiertes standardisiertes Vorgehen auszuarbeiten, das die geplanten Abläufe und Dokumentationsvorgaben beschreibt.

Da es sich in der Regel um wertvolles Bergungsgut handelt, ist es sehr wichtig, solche Maßnahmen gut zu dokumentieren, gegen Diebstahl und Sabotage abzusichern und dafür zu sorgen, dass die Objekte die Verlagerung so gut wie möglich unbeschädigt überstehen.

Unter extremen Bedingungen und hohem Zeitdruck lassen sich unter Umständen nicht immer die allerhöchsten Standards für Transport und Lagerung realisieren. Eine Unterschreitung bestimmter Mindestbedingungen würde jedoch unweigerlich zur Zerstörung der Kulturgegenstände führen. Aus diesem Grund sind eine sorgfältige und gut durchdachte präventive Planung sowie die Organisation von Übungen im Vorfeld unerlässlich.

Mehr dazu: Beitrag im Tagungsband SiLK 2018, S. 69-74 http://www.konferenz-kultur.de/SLF/tagungen/Tagungsband_KULTURGUTSCHUETZEN_2018.pdf